Kreditklemme – Finanzieren wird schwieriger

Wie die OeNB in ihrer jüngsten Umfrage feststellt, knausern österreichische Banken wegen der schlechten Konjunktur und der nach wie vor nicht gelösten Eurokrise bei der Vergabe von Firmenkrediten. Das trifft vor allem jene Branchen, die sehr langfristiges Kapital benötigen wie etwa die Tourismuswirtschaft.  Deren Rückgänge bei Krediten sind auch stärker ausgefallen als in der Gesamtwirtschaft (vgl. Tourismusbank-Blog). Der Grund dafür liegt in der schwierigen Refinanzierungssituation der österreichischen Banken und in den Kursrück­gängen bei europäischen Staatsanleihen, die als Sicherheit für großvolumige Finanzierungen hinterlegt werden können.

Wie bereits berichtet, hat das zusammen mit fehlenden Konjunkturpaketen bereits zu einem deutlichen Rückgang der Investitionstätigkeit geführt, was wiederum die Abwärtsspirale der Wirtschaftstätigkeit so richtig in Gang setzt – ist doch die Investitionstätigkeit der Ursprung der wirtschaftlichen Dynamik.

Mit ein Grund für die Zögerlichkeit der Kreditinstitute ist das Eigenkapitalerfordernis, das überdies durch die neuen Vorschriften (Basel III) vorerst für die Systembanken kräftig angehoben wurde und damit zu einer Straffung der bankinternen Richtlinien für die Kreditvergabe aber auch zu einer Reduktion der risikogewichteten Aktiva (Kreditforderungen) geführt hat.

Als Mittel, um den Teufelskreis zu durchbrechen kann eine Haftung des Bundes empfohlen werden. In diesem Fall wird das Risiko für den verbürgten Teil des Darlehens ausgeschaltet und die Eigenmittelunterlegung fällt ebenso weg wie ein allfälliges Großkreditproblem.