Das Profil des „klassischen Jungunternehmers“ – junge Unternehmer werden älter und weiblicher

Seit nunmehr zehn Jahren führt die Tourismusbank im Auftrag des Bundesministers für Wirtschaft, Familie und Jugend die Jungunternehmerförderung durch. Zehn Jahre Erfahrung bringen interessante Informationen zum Vorschein. So gehören zu den Jungunternehmern heute immer mehr Frauen, das Alter, wann man ein Unternehmen gründet, verschiebt sich nach oben und der Anteil der Jungunternehmer mit Migrationshintergrund steigt rapide an.

Immer mehr Frauen machen sich in der Tourismus- und Freizeitwirtschaft selbständig

Das Profil des „klassischen Jungunternehmers“ hat sich über die Jahre verändert. Immer mehr Frauen machen sich in der Tourismus- und Freizeitbranche selbständig – lag der Frauenanteil 2002 bei 33 Prozent, hat er sich 2011 auf 41 Prozent gesteigert.

Das Durchschnittsalter der Unternehmensgründerinnen und –gründer liegt aktuell bei 36,9 Jahren – der Schritt in die Selbständigkeit erfolgt damit etwas später als vor 10 Jahren (2002: 35,3 Jahre).

Traditionelle Gast- und Kaffeehäuser bei Jungunternehmern out

Verlagert haben sich auch die Betriebstypen, mit denen sich Jungunternehmerinnen und Jungunternehmer selbständig machen; „klassische Gastronomiekonzepte“ – also Gasthäuser mit typisch österreichischem Produktangebot, traditionelle Kaffeehäuser etc. – waren 2002 mit 61,5% aller Unternehmensgründungen vertreten.  Dieser Anteil sinkt seither und liegt 2011 nur mehr bei 40,9%; weit mehr als die Hälfte aller Neugründungen und Übernahmen haben aktuell also moderne, urbane Gastronomiekonzepte zum Inhalt.

Stark gestiegen ist der Anteil der Jungunternehmer mit Migrationshintergrund.  Bei Gründung der Förderaktion lag der Anteil nur bei 3,3 Prozent, mittlerweile liegt der Anteil bei 12,4 Prozent. Die Jungunternehmerförderung trägt also auch verstärkt zur Integration bei.

Jungunternehmer sind krisenresistent

 Bemerkenswert ist die relativ geringe Ausfallsquote bei Jungunternehmerinnen und Jungunternehmern. In nur neun Prozent der Förderfälle kommt es zu Ausfällen – hier zeigt sich, dass Jungunternehmer besonders krisenresistent sind und dass sich offensichtlich auch die intensive Beratung, die die Tourismusbank in Gründungs- und Übernahmefällen anbietet, bewährt. Beratungen, Prüfungen von Businessplänen und Konzepten sind übrigens Dienstleistungen, die seitens der Tourismusbank im Zuge der Jungunternehmerförderung unentgeltlich bereitgestellt werden.