Schnee auf Wunsch

So unerwünscht der weiße Stoff in der Stadt und auf Autobahnen ist, am Beginn der Wintersaison wird er von Hoteliers und Seilbahnern heiß herbeigesehnt. Die Milliarden Euro an Investitionen in Hotellerie, Gastronomie, Reisebüros, Seilbahnunternehmen und im Sportartikelhandel benötigen die weiße Pracht wie einen Bissen Brot. Da kann man auch nichts mehr dem Zufall überlassen und darauf hoffen, dass Frau Holle rechtzeitig in den Kalender blickt und weiß wann der Winter beginnen sollte.

Aus diesem Grund waren Investitionen in Beschneiungsanlagen mit rund 35 % der Investitionen der Seilbahnwirtschaft neben der Erneuerung der Lifte im Mittelpunkt der Bautätigkeit. Schneekanonen, Feldleitungen und Speicherteiche waren auch vorrangiges Förderungsziel im Bereich der infrastrukturellen Einrichtungen des BMWFJ. So wurden im Lauf der letzten zehn Jahre mehr als 200 Investitionsvorhaben mit einem Volumen von insgesamt knapp EUR 300 Mio. unterstützt. Damit ist sichergestellt, dass im Falle von längeren niederschlagsfreien Perioden, wie wir sie derzeit erleben, die Wintersaison nicht ins Wasser fällt.

Anfang der 90er Jahre wurde in großem Umfang damit begonnen künstlichen Schnee zu erzeugen. Mittlerweile wurden die Systeme weiter entwickelt und knapp 70 % der Pisten Österreichs gelten heute als beschneibar.

Gab es ursprünglich auch Bedenken im Hinblick auf die Ökologie, so hat man gelernt, dass der kompaktere Kunstschnee die Belastungs­fähigkeit der Pisten erhöhen kann und soweit ausschließlich Wasser und Luft zur Schneeerzeugung verwendet wird, gibt es auch keine Bedenken in Hinblick auf chemische Rückstände. Die Speicherteiche werden als positiv gestaltendes Landschaftselement wahrgenommen. Da bleibt dann nur mehr die Frage nach dem Energieverbrauch angesichts der fortschreitenden Erderwärmung. Dieser ist mit etwa 5 kWh pro Skier-Day deutlich niedriger als bei einem Thermenbesuch, wo etwa 30 kWh pro Verwöhntag zum Einsatz kommen.