Der Preis der Kommunikation – Werbeausgaben steigen überproportional

Wenn man einen Hotelunternehmen fragt, welche Aufwandsposition seiner Meinung nach am meisten zugenommen hat, werden wohl die meisten auf Personalkosten allenfalls aber auch auf Energiekosten tippen und liegen damit weit daneben. Es sind die Werbeausgaben, für die die Unternehmen heute – über die Inflation hinaus – um 18 % mehr Geld in die Hand nehmen als noch vor zehn Jahren. Im Vergleich dazu haben die Ausgaben für Energie „nur“ um rd. 13 % zugenommen und der Personalaufwand ist sogar nur um bescheidene 7 % gestiegen. Nur die Ausgaben für den Wareneinsatz waren im 10-Jahres-Vergleich rückläufig.

 

Veränderung der Ausgaben in Relation zu den Erlösen (2000/2010)

 

Wie erklärt sich diese enorme Zunahme an Werbeausgaben? Mit der zunehmenden Konkurrenz musste wohl auch der Kommunikations­aufwand erhöht werden. Darüber hinaus haben sich klassische Instrumente wie Direct Mailing oder Inserate als immer weniger wirksam erwiesen und wurden zunehmend durch elektronische Medien ersetzt. Mittlerweile sehen sich die Unternehmen gezwungen auf beiden Kirtagen zu tanzen und da ist es kein Wunder, wenn die Ausgaben zunehmen und das wirtschaftliche Ergebnis (Cashflow vor Zinsen) rückläufig ist. Aber gerade angesichts dieser überbordenden Ausgaben lohnt es sich, die Werbeaktivitäten nach Wirksamkeit zu durchforsten und die eine oder andere alte – aber nicht mehr gute – Maßnahme einzustellen.