Flexibler Verfahrenszinssatz eröffnet Spielraum für Hausbanken

Die Zinsbindung für Kredite, die mit Bundesförderungen unterstützt werden, ist schon seit einiger Zeit nicht mehr in Kraft, weil der auf dem Kreditsektor gültige Wettbewerb ohnedies für knappe Kalkulation der Ausleihungen sorgt. Nach wie vor gibt es allerdings eine Zinssatz­obergrenze für Kredite mit Haftungen des Bundes wegen der weitgehenden Befreiung der Banken von Risiko und Eigen­mittel­unterlegung. 

Die neuerdings wieder angespannte Lage am Finanzsektor hat dazu geführt, dass vor allem im Langfristbereich die Liquiditätszuschläge beträchtlich angestiegen sind, sodass auf den ersten Blick die vorgegebene Zinssatzobergrenze nicht haltbar scheint.

Das nachstehende Beispiel zeigt jedoch, dass vor allem bei Kunden im mittleren bis oberen Risikobereich die Zinssatzobergrenze sehr wohl ausreichend ist. Unter der Annahme der Finanzierung eines typischen Haftungskunden mit einer Bonität in der Klasse B bis B- und keiner nennenswerten Sicherheit (Investition in ein Pachtobjekt ohne Besicherungsmöglichkeit) kann die finanzierende Bank einen Aufschlag von BP 365 auf Euribor verrechnen. Dieser errechnet sich wie folgt: 30 % von 1055 BP zuzüglich 70 % von 70 BP.

In diesem Fall könnte beim derzeitigen 3-Monats-Euribor von rund 1,55 % ein Zinssatz von bis zu 5,2 % verrechnet werden und damit sollte es auch in Zeiten ständig schwieriger werdender Refinanzie­rungs­bedingungen möglich sein, bei aktuellen Rahmen­bedingungen eine Finanzierung darzustellen. Sollte die Bonität eines Kunden unter B- fallen, besteht keine Zinssatzbindung mehr.

Das Bankgeschäft ist schwieriger geworden, weil auf dem Markt für langfristiges Kapital aufgrund der nicht absehbaren Zukunft Finanzierungen nur erschwert zu beschaffen sind. Die Haftung eines Garanten, der über ein Triple-A verfügt, kann helfen, das Risiko zu senken und auch einen Vorteil bei der Eigenkapitalunterlegung zu erreichen, der auch an den Kunden weitergegeben werden kann. Damit sollten letztendlich beide Partner profitieren.

Weitere Informationen unter „Risikogerechter Verfahrenszinssatz für Förderungskredite“ (http://www.oeht.at/page/page.php#MISS_redak3/News)