Tourismus – Schlüsselbranche oder Stiefkind

Das Selbstbewusstsein im Tourismus scheint noch immer verbesse­rungswürdig zu sein, ansonsten wäre diese Frage von vornherein nicht zu stellen. In der von der Tourismus Community Austria veranstalteten Diskussionsreihe wurde – wie nicht anders zu erwarten – auf die Bedeutung des Tourismus vor allem in bestimmten Regionen und für die Volkswirtschaft insgesamt verwiesen.

Helmut Peter, Altwirt im Weißen Rössl am Wolfgangsee, ließ in seinem einleitenden Statement keinen Zweifel darüber aufkommen, wie wichtig die Bedeutung des Tourismus für die österreichische Wirtschaft ist: „Mit Ausnahme der Jahre 2007 und 2008 hat der Tourismus die negative Handelsbilanz immer ins Positive gedreht! Deshalb ist der Tourismus eine Erfolgsstory, allerdings haben wir zurzeit, wie in anderen Branchen auch, eine Art Reform­ver­weigerung. Wir müssen darüber reden, wie dieses Land touristisch effizienter werden kann.“ Hohe Steuerquote, schwierige Arbeits­bedingungen, die Herausforderung der Internationalisierung – das sind die vorrangigen Aufgaben im österreichischen Tourismus.

Wenn Österreich eine international bekannte Kernkompetenz hat, dann sind das der Tourismus und die Kultur. Es gibt Regionen in Österreich, die ohne den Tourismus nicht überlebensfähig wären.

Trotzdem verwunderte es, dass auch gerade in touristischen Regionen die Auswirkungen regulatorischer Maßnahmen (Bauordnung, Naturschutz, Lärmschutzmaßnahmen, Flächenwidmung etc.) sowenig nach Gesichtspunkten gestaltet werden, welche den Erwartungen der Gäste entsprechen.

„Der Tourismus ist ein Kind mit vielen Talenten“, brachte es Christopher Norden auf den Punkt. Die Eltern werden jedoch noch einiges leisten müssen, um ihm die nötige Laufbahn zu ebnen.

 Nähere Informationen zur Initiative finden sich unter: http://www.tourismuscommunity.at