Basel III – Handlungsbedarf für Unternehmer?

Die Diskussionen rund um Basel III sowie diverse Informationsveranstaltungen zum Thema erleben  gerade wieder eine Hochkonjunktur. Diese haben grundsätzlich auch ihre Berechtigung, denn schließlich sollten wir alle rechtzeitig wissen, was da ab dem Jahr 2013 schrittweise (bis 2019 laufen die Übergangsfristen) auf uns zukommt.

Im Rahmen einer dieser Veranstaltungen erklärte etwa Finanzstaatsekretär Schieder: „Basel III ist als Konsequenz beziehungsweise „Lernkurve“ aus der letzten Wirtschaftskrise zu sehen und folgt dem Ruf nach einer verstärkten Regulierung des Banken- und Finanzmarktes.“ Im Wesentlichen geht es darum, auf Basis der Erkenntnisse aus der Finanzmarktkrise 2008 die Krisenfestigkeit der Banken durch ein international geltendes Regelwerk weiter zu erhöhen und soll dies primär über die Schaffung noch größerer Kapital- und Liquiditätspuffer erfolgen. Basel III hat allerdings nicht nur die Festsetzung neuer Eigenkapitalquoten für Banken zum Ziel, sondern geht es auch um eine neue Definition was neben Stammaktien und einbehalteten Gewinnen überhaupt als Eigenkapital gelten kann. Eine quantitativ und qualitativ bessere Eigenkapitalausstattung für Banken erscheint gerade in Zeiten wie diesen durchaus vernünftig. Tatsache ist allerdings, dass das Regelwerk von Basel III letztendlich Druck auf die Rentabilität der Kreditinstitute ausüben wird und das wird sich wiederum in weiterer Folge auf die Kredit-Konditionen auswirken. Auf politischer Ebene versucht man einerseits noch eventuell unbeabsichtigte und negative Folgen vor allem auch für KMUs abzufedern, andererseits rechnet man im Bankensektor bereits an unterschiedlichen Szenarien zu den möglichen Auswirkungen und wie man diesen am besten begegnen kann.

In Kraft treten soll das neue Regelwerk per 01.01.2013 und eines kann man jetzt schon vorwegnehmen, gerade die Themen Sicherheiten, Rating und Bonität werden im Zusammenhang mit der Kreditvergabe sowie mit den Kreditkosten weiter an Bedeutung gewinnen. Wie kann man sich nun beispielsweise als klassischer Tourismusbetrieb auf diese Situation einstellen beziehungsweise vorbereiten. Was gilt es unter anderem zu beachten.

Das Bankenrating beziehungsweise die Bonitätseinstufung des Betriebes kann durchaus direkt von Unternehmerseite positiv beeinflusst werden. Die Bonität eines Hotelbetriebes wird nicht nur anhand von sogenannten „hard facts“ (Branche, Unternehmensgröße, EK-Quote, Finanzierungsstruktur, etc.) ermittelt, sondern fließen die betrieblichen „soft facts“ wie Unternehmerqualifikation, Rechnungswesen, Zahlungsverhalten, Nachfolgeregelung, Bankbeziehung etc. ebenso in die Bewertung ein. In diesem Bereich kann der Unternehmer direkt eingreifen und entsprechende Maßnahmen forcieren.

Ganz entscheidende Bedeutung kommt in diesem Zusammenhang beispielsweise dem unternehmerischen Berichtswesen zu. Wie schon im Rahmen der Vorbereitungen auf Basel II empfohlen, sollte auf die Verbesserung der Kommunikation zu den Fremd- oder Eigenkapitalgebern besonderes Augenmerk gelegt werden. Es wird am Unternehmer liegen, den Kapitalgeber durch entsprechende Unterlagen laufend zu überzeugen, dass das investierte Geld gut angelegt ist und letztendlich auch zurückgeführt werden kann. Ob für das interne Rating der Bank oder für den Beteiligungspartner, KMUs müssen ihren Finanzierungspartnern vor allem auch in Hinblick auf Basel III mehr und vor allem aktuellere Informationen zur Verfügung stellen als bisher. Ein zeitnahes Berichtswesen, das dem Stand des Rechnungslegungsgesetzes entspricht und auch für Controllingzwecke geeignet ist, wird damit zur Notwendigkeit. Damit ist man als Unternehmer gezwungen, sich regelmäßig mit den wichtigsten Kennzahlen seines Betriebes auch unterjährig – zumindest einmal im Quartal – im Detail auseinanderzusetzen und bei Bedarf auf Basis einer kurzfristigen Erfolgsrechnung, Soll/Ist- bzw. Vorjahresvergleichen und Forecasts kurzfristig entsprechende Maßnahmen zu setzen.

Letztendlich sitzen Kreditgeber und Kreditnehmer im Bezug auf Basel III im selben Boot, die Auswirkungen werden auf beiden Seiten zu spüren sein. Entscheidend ist, dass sich nicht nur die Kreditwirtschaft auf eine eventuell stürmischere See vorbereitet, sondern dass auch die Unternehmerseite vorausschauende Maßnahmen setzt, um das Boot nicht kentern zu lassen. Die Professionalisierung des betriebsinternen Berichtswesens sowie die Verbesserung der Bankbeziehung durch regelmäßige Bereitstellung aktueller Unternehmensdaten wäre ein dienlicher Schritt in Richtung 2013.