Was tun wenn´s brennt?

Die Bilanzzahlen für 2010 liegen vor und zeigen, dass die Hotellerie trotz der vor kurzem noch freudig begrüßten Verbesserung beim Eigenkapital im Durchschnitt nach wie vor mit einer hohen Fremdkapitallast zu kämpfen hat. Eine durch­schnittliche Entschuldungsdauer, die in allen Kategorien in der NÄhe der vom URG vorgegebenen Zeit von 15 Jahren liegt, ist ein deutliches Zeichen der An­spannung.  Da braucht es auch nicht viel Phantasie um bei dem einen oder anderen Unternehmen für das laufende Jahr eine Liquiditätsknappheit zu befürchten.

Wenn es knapp wird mit den Zahlungsmitteln ist der Unternehmer gefordert, die Situation so rasch wie möglich wieder ins Lot zu bringen. Was ist in diesen Fällen zu tun?

  • Übersicht schaffen: Eine monatliche Budget-Rechnung mit Planung der Einnahmen und Ausgaben soll eine Übersicht verschaffen, was der Betrieb in den nächsten Monaten aus dem operativen Geschehen erwirtschaften kann und welche Zahlungsanforderungen zu leisten sind.
  • Dann muss natürlich versucht werden, den operativen Bereich (betriebliche Einnahmen und Ausgaben) wieder ins Lot zu bringen. Dazu werden sowohl Maßnahmen auf der Einnahmen- als auch Ausgabenseite zu setzen sein, die auch unpopuläre Maßnahmen wie Reduktion der Offenhaltungszeit oder Abbau von Mitarbeitern umfassen können.
  • Wird ersichtlich, dass es zu erheblichen Engpässen kommen wird, müssen außer­ordentliche Maßnahmen (Einbringen von privatem Kapital, Verkauf nicht betriebsnotwendigen Vermögens) gesetzt werden.
  • Eine weitere Entlastung kann durch Aussetzung von Kapitaltilgungen bei einem oder erforderlichenfalls auch bei mehreren Krediten erreicht werden. Da ist es allerdings notwendig, rechtzeitig d.h. einige Wochen vor Fälligkeitstermin mit der Bank Kontakt aufzunehmen, weil ja ein bestehender Kreditvertrag zu ändern und eine neue Vereinbarung zu treffen ist.
  • Wenn es knapp wird, sollen natürlich nicht nur rein finanztechnische Maßnahmen gesetzt werden; alle Ausgaben sind zu durchforsten und Liquiditätsschlucker müssen vermieden werden (Leasingverträge für mehrere Autos, Privatentnahmen, etc.)
  • In sehr schwierigen Fällen kann auch in Erwägung gezogen werden, die Hilfe im Rahmen der TOP-Restrukturierungsaktion in Anspruch zu nehmen. Die öffentliche Hilfe kann in diesem Fall allerdings nur eingeräumt werden, wenn auch wesentliche Sanierungsbeiträge von der Unternehmerfamilie und den Gläubigern kommt. In diesem Fall wird vonseiten der Tourismus­bank eine außergerichtliche Schuldenbereinigung moderiert und auch durch öffentliche Hilfe in Form eines Zinsenzuschusses oder einer Haftung unterstützt.

Eine Lösung für die anstehenden Probleme darf daher nicht nur in neuen Finanzierungshilfen oder Verlängerung der Kreditlaufzeit gesucht werden. Diese können nur die notwendige Verschnaufpause einräumen bis die nachhaltige Verbesserung der Ertragskraft der Unternehmen umgesetzt ist.