Nicht auf den ROI vergessen

Die jüngsten von der ÖHT erhobenen Bilanzdaten zeigen im langfristigen Vergleich ein erstaunliches Bild.

Die Aktiva (das heißt vor allem das Anlagevermögen) ist seit dem Jahr 2000 deutlich gestiegen. Die Hoteliers haben brav investiert. Damit hat sich der Wert der Anlagen aber auch der Umfang der Verbindlichkeiten beträchtlich erhöht.

Es ist auch gelungen, Umsatz und operatives Ergebnis anzuheben und somit haben die Investitionen vordergründig ihr Ziel erreicht. Bei genauerer Betrachtung ist jedoch ersichtlich, dass das operative Ergebnis in keiner Weise Schritt halten konnte.

Während die Aktiva um 74 % zugenommen hat, ist das operative Ergebnis – ausgedrückt im Gross Operating Profit (GOP) – nur um 31 % gestiegen. Das kann nur bedeuten, dass die Kapitalverzinsung in den Keller gewandert ist. Die heimische Hotellerie wirft immer größere Kapitalmengen in die Schlacht um relativ bescheidene wirtschaftliche Erfolge zu verbuchen. Bei einem nicht unwesentlichen Teil dieser Investitionen muss es sich wohl um wirtschaftliche Fehlinvestitionen gehandelt haben.

Offenbar ist nicht alles Geld, das man in groß dimensionierte und teure Wellnesstempel, neue Seminareinrichtungen, geräumigere Zimmer, neue Tiefgaragen und großzügige Hallen investiert hat, gut angelegt worden. Wenn es nur darum geht, mit Investitionen zu zeigen wer der Platzhirsch am Ort ist, verliert man schnell aus den Augen, dass einer der Zwecke des Wirtschaftens auch in der optimalen Anlage des Kapitals liegt.

Gut geplante Investitionen sollten die wirtschaftliche Lage des Unternehmens langfristig verbessern. Angesichts einer durchschnittlichen Entschuldungsdauer von 17 (3-Sterne-Hotellerie) bzw. 15 Jahren (4/5-Sterne-Hotellerie) ist das offenbar nicht immer geglückt. (Die Kennzahl Fremdkapital / Cashflow sollte tunlichst unter 15 liegen.)

Eine gut geplante Investition sollte also nicht nur in der Lage sein, das aufgenommene Fremdkapital hereinzuspielen sondern auch das insgesamt eingesetzte Kapital (auch das eigene) angemessen zu verzinsen. Die Kennzahl „Return on Investment“ sollte zum Standardrepertoire der Unternehmer bei Investitionentscheidungen werden.