Die Zinsproblematik in der Tourismuswirtschaft

Der Cashflow von Tourismusbetrieben ist unmittelbar vom jeweils geltenden Zinsniveau abhängig. Die nachfolgenden Grafiken verdeutlichen die Problematik:

Entwicklung des 3-Monats-Euribor sowie der Zinsen  der  4/5-Stern-Hotellerie (in % des Fremdkapitals)

Entwicklung des 3-Monats-Euribor sowie der Zinsen der 4/5-Stern-Hotellerie (in % des Fremdkapitals)

 Veränderung von Cashflow und Zinsen  (in % der Einnahmen)

Veränderung von Cashflow und Zinsen (in % der Einnahmen)

Obwohl zuletzt seitens der EZB entgegen vielen Erwartungen die Zinsentwicklung nicht beschleunigt wurde, muss für die kommenden Monate mit einem weiteren Ansteigen der (Referenz)Zinssätze gerechnet werden; Experten erwarten zum Jahresende 2011 einen 3-Monats-Euribor i.H.v. rd. 2,5% – da zudem diverse bankpolitische Problemfelder (Basel III, Stabilitätsabgabe, Transformationskosten etc.) die Zinslandschaft verteuern werden, ist für die Hotellerie % Gastronomie eine Verschärfung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu befürchten. Möglichkeiten des Gegensteuerns bestehen nur eingeschränkt:

Zinsstabilität durch Fixzinsvereinbarungen

Neu aufzunehmende Darlehen sollten mit Fixzinsvereinbarungen abgesichert werden. Für bestehende Ausleihungen sollten Zins-Swaps geprüft werden.

Zinsvergünstigungen durch Konditionenvergleiche

So gut es ist, sich vertrauensvoll an seine langjährige Hausbank zu wenden, so sinnvoll ist es doch, die jeweils benötigten Finanzierungslinien professionell auszuschreiben bzw. von Beratern ausschreiben zu lassen.

Zinsreduktionen durch Hereinnahme von Haftungen der öffentlichen Hand

Unter den Vorgaben von BASEL II & BASEL III gewinnen Haftungen der öffentlichen Hand 8Bund/ÖHT aber auch Haftungsorganisationen der Länder) besonders an Bedeutung. Einerseits können die Risikoaufschläge, die Banken für die Kreditgewährung in Abhängigkeit der Bonität des Kunden verrechnen, gering gehalten werden, andererseits fallen für jene Kreditteile, die von der öffentlichen Hand behaftet werden, die Verpflichtungen zur Eigenkapitalunterlegung weg, woraus für die finanzierenden Hausbanken deutliche Kosteneinsparungen abzuleiten sind, die sich in günstigeren Kreditkonditionen auswirken.

Senkung der Fremdkapitalkosten durch Inanspruchnahme von Förderungen

Gerade in Hochzinsphasen gewinnen Förderungen der öffentlichen Hand an Bedeutung; durch richtige, förderoptimierte Projektfinanzierung lassen sich die Finanzierungsbelastungen deutlich senken.